Wenn die Tage kürzer werden, stellt sich im Garten dieselbe praktische Frage: Was muss vor dem Winter weg, was braucht Schutz und was darf bleiben? Eine naturnahe Vorbereitung verbindet beides. Sie verhindert vermeidbare Frostschäden an Kübeln, Leitungen und Teichgeräten, lässt aber dort Laub und abgestorbene Stängel stehen, wo sie Boden und Tieren nützen. So gehen Sie die Arbeiten nach Bereichen an, statt den Garten pauschal leerzuräumen. Weitere saisonale Anregungen finden Sie in unserem Bereich Garten.
Was muss im Herbst wirklich erledigt werden?
Der passende Zeitpunkt hängt weniger von einem festen Kalenderdatum als von Pflanzenart, Standort und angekündigtem Frost ab. Gehen Sie zuerst durch den Garten und unterscheiden Sie drei Gruppen: frostempfindliche Pflanzen und wasserführende Geräte, die geschützt werden müssen; Flächen wie der Rasen, von denen Laub herunter sollte; und Beete oder Hecken, in denen organisches Material über den Winter bleiben darf. Prüfen Sie dabei auch, ob es kranke Pflanzenteile gibt, die nicht auf dem Beet verbleiben sollten.
Nicht jede Pflanze braucht dieselbe Behandlung. Einheimische, winterharte Stauden können vielerorts draußen bleiben, während empfindliche Kübelpflanzen oder frostempfindliche Knollen ein Quartier benötigen. Auch ein Teich mit Fischen verlangt andere Handgriffe als ein leeres Zierbecken. Wer zuerst nach Bedarf sortiert, vermeidet unnötigen Rückschnitt und schützt zugleich die Bereiche, in denen Tiere überwintern.
Wo bleibt Laub liegen und wo sollte es weg?
Laub ist kein Abfall, den Sie überall entfernen müssen. Auf Beeten, unter Hecken und in Gehölzbereichen kann eine lockere Schicht den Boden bedecken und Kleintieren Deckung bieten. Auf dem Rasen sollten Sie es dagegen regelmäßig abharken: Liegen die Blätter dicht und lange auf dem Gras, kann der Rasen darunter leiden. Auch immergrüne Stauden sollten nicht unter einer dicken Laubdecke verschwinden.
Der BUND empfiehlt, Laub auf geeigneten Beeten und unter Hecken als Winterschutz und Nährstoffquelle zu belassen. Als Mulch lässt es sich mit Rasenschnitt und zerkleinerten Zweigen verbinden; eine etwa 3 bis 5 Zentimeter dicke Schicht kann Boden und Wurzeln schützen. Für kleine Frühblüher nennt der BUND zudem konkrete Pflanztiefen: Schneeglöckchen und Krokusse kommen etwa 5 Zentimeter tief in die Erde, größere Zwiebeln wie Tulpen mindestens doppelt so tief wie die Zwiebel selbst. Tulpen können in kleinen Gruppen von bis zu 15 Pflanzen gesetzt werden. Diese Arbeiten passen in den Herbst; der BUND rät, Frühblüherzwiebeln ab Anfang September zu setzen. Mehr dazu erläutert der BUND in seinen Tipps zum naturnahen Wintergarten.
Äste und Schnittgut können Sie an einer ruhigen Gartenecke zu einem Reisighaufen schichten. Eine Lage Laub darauf macht den Haufen zu einem möglichen Rückzugsort für Igel und andere Tiere. Räumen Sie solche Ecken deshalb nicht bis auf den Boden frei und bewegen Sie den Haufen im Winter nicht unnötig. Für den Rasen gilt hingegen: Laub entfernen, bevor es eine dichte, feuchte Schicht bildet. So unterscheiden sich die Maßnahmen je nach Fläche, statt einer einzigen Regel für den ganzen Garten zu folgen.
Welche Pflanzen brauchen Frostschutz?
Bei Kübelpflanzen zählt die jeweilige Art. Manche vertragen kühle Temperaturen, andere müssen schon geschützt werden, bevor es friert. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nennt Fuchsien, Geranien, Knollenbegonien und Citrus-Arten als Pflanzen, die bereits bei Temperaturen unter 10 °C geschützt werden sollten. Für viele Kübelpflanzen ist ein helles, kühles und frostfreies Winterquartier geeignet; als Richtwert für einen passenden Standort nennt die Kammer 5 bis 10 °C. Das gilt nicht pauschal für jede Art, deshalb sollten Sie vor dem Einräumen die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen prüfen.
Bereiten Sie Kübelpflanzen vor dem Umzug vor: Entfernen Sie welke Blätter und Blüten sowie Unkraut aus dem Topf, und kontrollieren Sie die Pflanzen auf Schädlinge. Stellen Sie befallene Pflanzen zunächst getrennt von den übrigen auf. Im Winterquartier wird nach Bedarf gegossen, wenn die Erde im Topf trocken ist; Staunässe sollten Sie vermeiden. Die Kammer empfiehlt, die Pflanzen nicht unnötig früh hereinzuholen, sondern den Zeitpunkt an Frostgefahr und Art anzupassen. Als allgemeiner Termin für das Ausräumen im Frühjahr nennt sie Mitte Mai, am besten bei bedecktem Himmel. Die konkreten Hinweise stehen bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zur Überwinterung von Kübelpflanzen.
Auch Knollen und Zwiebeln frostempfindlicher Sommerblumen, etwa Dahlien, sollten vor starkem Frost aus dem Boden genommen und frostfrei gelagert werden. Bei Gemüsebeeten muss nicht automatisch umgegraben werden. Auf leichten Böden können eine Mulchdecke oder eine Gründüngung genügen; schwere Böden können anders behandelt werden. Kranke Gemüsepflanzen gehören nicht auf den Beetboden. Auf freien Flächen können Sie außerdem robuste Winterkulturen schützen, statt das ganze Beet leer zu räumen.
Wie bereiten Sie Teich und Wassertechnik vor?
Entfernen Sie herabgefallenes Laub und abgestorbene Pflanzenteile aus dem Wasser, bevor sie sich am Grund zersetzen. Am Ufer dürfen standfeste Halme jedoch teilweise stehen bleiben. Der NDR empfiehlt, bei Röhrichtpflanzen etwa 20 Zentimeter stehen zu lassen; die Halme können den Teich belüften und bieten zugleich Struktur. Frostempfindliche Wasserpflanzen wie Wasserhyazinthen oder Lotusblumen brauchen dagegen ein geeignetes frostfreies Quartier.
Prüfen Sie Pumpen und Filter vor dem ersten Frost und orientieren Sie sich an Bauart und Herstellerangaben. Der NDR rät, Pumpen aus dem Teich zu nehmen, wenn sie weniger als 80 Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegen, und die Geräte frostfrei aufzubewahren. Für Fischteiche nennt der Sender einen Eisfreihalter mit mindestens 60 Zentimetern Durchmesser; bei starkem Frost wird ein Luftausströmer in knapp 30 Zentimetern Tiefe unter dem Eisfreihalter beschrieben. Füttern sollten Sie Fische laut NDR ab einer Wassertemperatur von etwa 10 °C nicht mehr. Schlagen Sie eine geschlossene Eisdecke nicht mit einer Axt auf. Die Einzelheiten zum Teich stehen beim NDR-Ratgeber zum winterfesten Gartenteich.
Entleeren Sie außerdem Schläuche, mobile Bewässerungsteile und Regentonnen, wenn Wasser darin gefrieren und Schäden verursachen könnte. Außenwasserhähne und fest installierte Leitungen sollten Sie entsprechend ihrer Bauart absperren und entleeren. Wenn eine Anlage fest angeschlossen ist oder Sie nicht sicher wissen, wie sie entwässert wird, prüfen Sie die Herstellerhinweise, statt Bauteile auf Verdacht zu lösen. Das gilt auch für Pumpen und automatische Bewässerungssysteme.
In welcher Reihenfolge gehen Sie vor?
Arbeiten Sie von den möglichen Frostschäden zu den naturnahen Pflegearbeiten:
- Kontrollieren Sie Wettervorhersage und Pflanzenbestand. Markieren Sie Kübel, Knollen und Geräte, die nicht frostfest sind.
- Sichern Sie Wassertechnik, Schläuche und Regentonnen rechtzeitig. Entleeren Sie die Teile, die nicht frostgeschützt draußen bleiben können.
- Räumen Sie Laub vom Rasen und aus dem Teich. Verteilen Sie gesundes Laub dagegen auf Beeten oder unter Hecken.
- Holen Sie empfindliche Kübelpflanzen und Knollen abhängig von ihrer Art und der örtlichen Frostgefahr in ein geeignetes Quartier.
- Lassen Sie geeignete Staudenstängel und einen Reisighaufen als Rückzugsorte stehen. Schneiden Sie nur dort zurück, wo es für Pflanze, Weg oder Teich nötig ist.
- Prüfen Sie zuletzt, ob Wege frei, Geräte verstaut und Winterquartiere ausreichend geschützt sind.
Woran erkennen Sie, dass der Garten vorbereitet ist?
Ein Garten ist nicht deshalb winterfest, weil jede Fläche kurz geschnitten und leergeräumt ist. Prüfen Sie stattdessen konkret: Sind frostempfindliche Pflanzen geschützt? Ist kein Wasser in Teilen zurückgeblieben, die durch Frost beschädigt werden könnten? Ist der Rasen von dichtem Laub befreit, während auf geeigneten Beeten eine lockere Laubschicht liegen darf? Sind Teichoberfläche und Technik von Laub und abgestorbenen Pflanzenteilen entlastet, ohne dass Sie unnötig alle Halme und Rückzugsorte entfernen?
Wenn diese Fragen beantwortet sind, können Sie die restlichen Gartenarbeiten auf das Nötige beschränken. Lassen Sie Naturmaterial dort, wo es Boden und Tieren zugutekommt, und kontrollieren Sie besonders empfindliche Kübel und Wasseranlagen nach angekündigten Frostnächten. So bleibt der Garten geschützt, ohne dass er für den Winter vollständig aufgeräumt werden muss.
Häufige Fragen
Wann sollte man den Garten winterfest machen?
Beginnen Sie mit den Vorbereitungen im Herbst und richten Sie den Zeitpunkt nach den örtlichen Frostankündigungen und den Ansprüchen Ihrer Pflanzen. Frostempfindliche Kübelpflanzen und Knollen brauchen rechtzeitig Schutz; wasserführende Teile sollten entleert sein, bevor Wasser darin gefriert. Laub- und Rückzugsbereiche können Sie unabhängig davon naturnah belassen.
Muss im Herbst das ganze Laub aus dem Garten entfernt werden?
Nein. Entfernen Sie Laub vor allem vom Rasen und aus dem Teich. Auf Beeten, unter Hecken und in Gehölzbereichen kann eine lockere Schicht liegen bleiben und Boden sowie Tiere schützen. Achten Sie darauf, immergrüne Stauden nicht unter einer dicken Laubdecke zu begraben.
Welche Kübelpflanzen müssen vor Frost ins Haus?
Das hängt von der Pflanzenart ab. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nennt unter anderem Fuchsien, Geranien, Knollenbegonien und Citrus-Arten als empfindlich gegenüber Temperaturen unter 10 °C. Prüfen Sie die Bedürfnisse jeder Art und wählen Sie ein passendes, frostfreies Winterquartier. Nicht alle Kübelpflanzen benötigen dieselbe Temperatur oder Lichtmenge.
Soll man Stauden im Herbst zurückschneiden?
Nicht grundsätzlich. Schneiden Sie nur zurück, wenn es aus Gründen der Pflanzenpflege oder Sicherheit nötig ist. Geeignete abgestorbene Stängel können stehen bleiben und Tieren Struktur und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Entfernen Sie dagegen kranke Pflanzenteile und halten Sie Wege sowie die Wasseroberfläche des Teichs frei.
