Letzter Beitrag: 2. Oktober 2026247 Artikel2 RubrikenKontakt
Garten

Canna überwintern: Blumenrohr richtig schützen

Blühendes Blumenrohr und eine Kiste für die Überwinterung der Canna-Rhizome

Wenn der erste Frost die Blätter schwarz färbt, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, Canna zu überwintern. Schneiden Sie das Blumenrohr zurück und holen Sie die Rhizome vor dem Durchfrieren des Bodens aus dem Beet. Im Kübel lässt sich die Pflanze mit deutlich weniger Aufwand in die Winterruhe bringen.

Wann sollten Sie Canna nach dem ersten Frost ausgraben?

Canna, auch Blumenrohr genannt, stammt aus warmen Regionen und übersteht den deutschen Winter im Beet in der Regel nicht. Der erste leichte Frost ist ein guter Hinweis: Die Blätter welken oder werden dunkel, während das Rhizom im Boden noch intakt ist. Warten Sie nicht auf mehrere Frostnächte, denn ein stärkerer Bodenfrost kann die unterirdischen Speicherorgane schädigen.

Für das Ausgraben wählen Sie einen trockenen Tag kurz nach dem ersten Frost. Im Rhein-Main-Gebiet liegt dieser Zeitpunkt häufig im Oktober oder November, in geschützten Lagen manchmal etwas später. In höheren oder rauen Regionen sollten Sie früher mit der Kontrolle beginnen. Maßgeblich sind der Zustand der Pflanze und die Wettervorhersage, nicht ein fester Kalendertag.

Bleibt der Herbst ungewöhnlich mild, können Sie das Blumenrohr noch etwas stehen lassen. Sind stärkere oder anhaltende Fröste angekündigt, graben Sie die Rhizome vorher aus, auch wenn das Laub noch grün ist. Besonders gefährdet sind frisch gepflanzte Rhizome und Canna in sehr feuchtem Boden.

Wie schneiden und graben Sie das Canna-Rhizom aus?

Schneiden Sie die oberirdischen Triebe mit einer sauberen, scharfen Gartenschere auf etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden zurück. Entfernen Sie weiche oder matschige Pflanzenteile direkt. Ein kurzer Stummel erleichtert später das Anfassen, ohne das Rhizom beim Ausgraben unnötig zu belasten.

Stechen Sie mit dem Spaten großzügig rund um die Pflanze in die Erde. Canna-Rhizome wachsen oft seitlich und bilden mehrere Knospen, deshalb sollten Sie nicht direkt am Stängel ansetzen. Heben Sie den Wurzelballen vorsichtig an und lockern Sie die Erde mit den Händen. So erkennen Sie Beschädigungen und brechen die fleischigen Rhizome weniger leicht auseinander.

  1. Schütteln Sie grobe Erde vorsichtig ab, ohne die Rhizome zu waschen.
  2. Lassen Sie die Pflanze an einem luftigen, trockenen Ort einige Tage abtrocknen.
  3. Entfernen Sie danach welke Wurzeln und kontrollieren Sie die Rhizome auf weiche Stellen.
  4. Schneiden Sie faulige Bereiche mit einem sauberen Messer bis ins feste Gewebe zurück.

Waschen sollten Sie die Rhizome nur, wenn sehr viel Erde anhaftet. Danach müssen sie vollständig trocknen, bevor sie ins Winterlager kommen. Feuchte Erde zwischen den Trieben und an den Schnittstellen fördert Fäulnis. Kleine Schnittwunden können an der Luft abtrocknen. Gesunde Rhizome fühlen sich fest an und zeigen meist deutlich sichtbare Austriebsknospen.

Wie lagern Sie Canna-Rhizome frostfrei?

Für die Lagerung brauchen Canna einen dunklen, trockenen und frostfreien Platz. Geeignet sind beispielsweise ein kühler Keller, eine frostfreie Garage oder ein unbeheizter Nebenraum. Die Temperatur sollte möglichst zwischen 5 und 10 Grad Celsius liegen. Wärme regt einen frühen Austrieb an, während Frost die Rhizome schädigt.

Canna-Rhizom nach dem ersten Frost vorsichtig aus der Erde heben

Legen Sie die getrockneten Rhizome locker in eine Kiste oder einen Karton. Als trockene Umgebung eignen sich Zeitungspapier, Holzwolle oder trockener Sand. Wickeln Sie die Stücke nicht luftdicht in Folie ein. Die Luft muss zirkulieren können, damit sich an den Knospen und Schnittflächen kein Schimmel bildet.

MethodeGeeigneter PlatzWorauf Sie achten
Rhizome in der KisteDunkel und frostfrei bei 5 bis 10 GradTrocken lagern, gelegentlich kontrollieren
Canna im KübelKühl, frostfrei und möglichst dunkelWenig gießen, Staunässe vermeiden
Sehr warmer RaumNur als NotlösungMehr Licht nötig, früher Austrieb möglich

Kontrollieren Sie das Lager etwa einmal im Monat. Entfernen Sie schimmelige oder matschige Stellen sofort und nehmen Sie benachbarte Rhizome aus der Kiste, um sie zu prüfen. Schrumpfen die Rhizome stark, ist die Luft zu trocken. In diesem Fall hilft kein kräftiges Wässern. Besser ist ein etwas feuchteres, aber weiterhin luftiges Füllmaterial. Staunässe und dauerhaft nasse Rhizome sind die häufigste Ursache für Verluste im Winter.

Mehrere Sorten können Sie getrennt beschriften, solange die Rhizome noch eindeutig zuzuordnen sind. Das lohnt sich besonders bei Canna mit verschiedenfarbigem Laub oder unterschiedlichen Blüten. Bewahren Sie die Kiste außerdem so auf, dass Mäuse keinen Zugang haben.

Wie überwintern Canna im Kübel?

Steht das Blumenrohr im Kübel, müssen Sie die Rhizome nicht zwingend herausnehmen. Schneiden Sie die Triebe nach dem ersten Frost zurück und bringen Sie den gesamten Kübel an einen frostfreien Ort. Ein dunkler, kühler Raum ist für die Ruhephase geeignet. Große Kübel sind schwer, daher lohnt es sich, sie bereits vor dem ersten Frost in die Nähe des Winterplatzes zu stellen.

Während der Winterruhe braucht Canna kaum Wasser. Lassen Sie die Erde weitgehend trocken, verhindern Sie aber, dass der Wurzelballen über viele Wochen völlig austrocknet. Prüfen Sie die Feuchtigkeit gelegentlich mit dem Finger. Gießen Sie nur sparsam, wenn die Erde bis in den unteren Bereich trocken ist. Das Wasser muss aus dem Topf ablaufen können.

In einem warmen Wohnzimmer bleibt Canna meist nicht zuverlässig in Ruhe. Die Pflanze treibt dort früh und mit langen, hellen Trieben aus. Wenn kein kühler Raum vorhanden ist, stellen Sie den Kübel möglichst hell. Treibt die Canna bereits im Winter aus, passen Sie die Wassergaben vorsichtig an das Wachstum an und vermeiden Sie Staunässe. Für den Winter gilt auch bei anderen Kübelpflanzen: Der Platz sollte frostfrei sein, zugleich darf sich kein dauerhaft nasses Substrat entwickeln. Das gilt etwa beim Überwintern von Oleander im Topf ebenfalls.

Wie treiben Sie Canna im März vor?

Ab März können Sie die eingelagerten Rhizome aus der Winterruhe holen. Teilen Sie große, verzweigte Exemplare bei Bedarf so, dass jedes Teilstück mindestens eine kräftige Knospe besitzt. Entfernen Sie vertrocknete Reste, topfen Sie die Stücke in nährstoffreiche, lockere Erde und setzen Sie die Knospen knapp unter die Oberfläche.

Stellen Sie die Töpfe hell und warm auf. Temperaturen von etwa 15 bis 18 Grad Celsius fördern den Austrieb. Gießen Sie zunächst vorsichtig und steigern Sie die Wassermenge erst, wenn sich neue Blätter zeigen. Zu nasse Erde bei noch ruhenden Rhizomen führt schnell zu Fäulnis. Sobald die Triebe wachsen, darf das Substrat gleichmäßig leicht feucht bleiben.

Das Vortreiben verlängert die Blütezeit, ist aber kein Muss. Ohne Vortreiben können Sie gesunde Rhizome nach den letzten Spätfrösten direkt in einen Kübel im Freien oder ins ausreichend erwärmte Beet setzen. Vorgezogene Pflanzen müssen sich langsam an Sonne, Wind und kühlere Nächte gewöhnen. Stellen Sie sie tagsüber zunächst geschützt nach draußen und holen Sie sie nachts wieder herein. Erst nach den letzten Spätfrösten, meist ab Mitte Mai, dürfen sie dauerhaft ins Freie. Hinweise zum passenden Zeitpunkt für das Hinausstellen von Pflanzen helfen bei der Eingewöhnung.

Im Beet benötigt Canna einen warmen, sonnigen Platz und einen humosen, nährstoffreichen Boden. Halten Sie die Erde während der Wachstumszeit gleichmäßig feucht, ohne Wasser im Wurzelbereich stehen zu lassen. Wenn Sie das Blumenrohr zusammen mit anderen Sommerblühern planen, können Sie sich bei der Frühjahrsvorbereitung auch an den Tipps zum Pflanzen von Dahlien orientieren. Im Herbst beginnt der Ablauf erneut: Nach dem ersten Frost zurückschneiden, Rhizome vor dem Bodenfrost bergen und trocken einlagern.

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