Der Kohlrabi erfreut sich bei Gartenfreunden und Kennern des BioGemüse großer Beliebtheit. Dank seines milden, leicht nussigen Geschmacks und der unkomplizierten Anbauweise stellt er eine hervorragende Ergänzung in jedem nachhaltigen Anbaukonzept dar. Wer den richtigen Zeitpunkt für das Pflanzen und die optimalen Bedingungen kennt, kann von Mai bis November mehrfache Ernten einfahren. Die Kombination aus frühen und späten Sorten eröffnet dem Gärtner ein Pflanzenparadies mit einer langen Erntezeit. In diesem Artikel werden die wichtigsten Tipps und Tricks erläutert, wie Kohlrabi selbst im eigenen Garten, Hochbeet oder sogar im Topf auf dem Balkon erfolgreich angebaut werden kann.
Wann Kohlrabi pflanzen: Der ideale Zeitpunkt für eine reiche Ernte
Kohlrabi kann bereits ab Februar vorgezogen werden, etwa auf der sonnigen Fensterbank oder in einem Frühbeet bei Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad. Diese frühe Aussaat ermöglicht die erste Ernte schon im Mai. Wichtig ist, den Kohlrabi vor dem Auspflanzen langsam an kühlere Temperaturen zu gewöhnen, da er sonst keine schönen Knollen bildet, sondern eher blüht. Das Auspflanzen ins Freiland erfolgt idealerweise Ende März bis April. Zum Schutz vor späten Frösten empfiehlt es sich, die jungen Pflanzen nachts mit Vlies abzudecken bis zu den Eisheiligen. Für eine mehrfache Ernte im Jahr können kleine Aussaaten regelmäßig über das Gartenjahr verteilt werden.
Kohlrabi-Sorten und ihre Aussaatzeiten
Die Artenvielfalt beim Kohlrabi ist groß: weiße Sorten mit grünlicher Schale und violette Varianten bieten eine attraktive Vielfalt. Besonders beliebt ist die Sorte „Superschmelz“, deren Knollen zart bleiben, nicht verholzen und bis zu drei Kilogramm schwer werden können. Frühsorten benötigen etwa 8 bis 12 Wochen bis zur Ernte und sind besonders gut für die frühe Aussaat geeignet. Spätere Sorten wie „Blaril“ oder „Gigant“ werden erst im Herbst erntereif und können erst im Juli direkt ins Beet gesät werden. So erstreckt sich die mögliche Erntezeit von Mai bis November.
| 🗓️ Sorte | 🌱 Aussaatzeit | ⏳ Kulturdauer | 🍽️ Erntezeit | 📏 Pflanzabstand |
|---|---|---|---|---|
| Superschmelz (weiß) | Februar (Vorkultur), April (Freiland) | 8-12 Wochen | Mai – Juli | 40×50 cm |
| Blaril (spät, violett) | Juli (Direktsaat) | 12-16 Wochen | September – November | 40×50 cm |
| Lanro (früh, weiß) | Februar (Vorkultur), April (Freiland) | 8-10 Wochen | Mai – Juni | 25×30 cm |
| Azur Star (früh, violett) | Februar (Vorkultur), April (Freiland) | 10-12 Wochen | Mai – Juli | 25×30 cm |
Standortwahl: Wo Kohlrabi am besten gedeiht
Kohlrabi bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit nährstoffreichem, feuchtem und leicht basischem Boden, der kalkhaltig ist. Die Durchlässigkeit der Erde ist entscheidend, damit Staunässe vermieden wird. Vor dem Einpflanzen empfiehlt es sich, reifen Kompost in die Erde einzuarbeiten, um die Nährstoffversorgung zu optimieren. Die Pflanzung im Hochbeet, im Gemüsebeet oder in Pflanzkübeln auf dem Balkon sind gleichermaßen erfolgreich, wobei stets auf die Bodenqualität und ausreichende Wasserversorgung zu achten ist.
Mischkultur mit Kohlrabi: Nützliche Nachbarn und verbotene Kombinationen
Die richtige Nachbarschaft ist für einen nachhaltigen Anbau ebenso wichtig wie der Standort. Kohlrabi profitiert von Begleitpflanzen wie Bohnen, Erbsen, Gurken, Kartoffeln und Tomaten. Besonders Tomaten unterstützen durch ihren Duft die Abwehr des schädlichen Kohlweißlings. Vermeiden sollte man hingegen, Kohlrabi direkt neben anderen Kohlsorten zu pflanzen, da diese um Nährstoffe konkurrieren und sich gegenseitig schaden.
| ✅ Gute Nachbarn 🥬 | ❌ Schlechte Nachbarn 🥦 |
|---|---|
| Bohnen | Andere Kohlsorten |
| Erbsen | Blumenkohl |
| Gurken | Brokkoli |
| Kartoffeln | |
| Tomaten (abwehrend gegen Kohlweißling) |
Kohlrabi richtig pflegen: Gießen, Düngen und Ernten
Regelmäßiges Gießen ist für den Kohlrabi unerlässlich, damit er saftig und zart bleibt. Besonders während der Knollenbildung sollte der Boden stets feucht, aber nicht nass sein, um die Entwicklung einer holzigen Struktur zu verhindern. Eine Mulchschicht ist sinnvoll: Sie schützt vor Austrocknung und unterdrückt gleichzeitig Unkraut. Bei ausreichender Pflege ist der Kohlrabi je nach Sorte nach 12 bis 20 Wochen erntereif.
Erntezeit und Verwendung: Frisch genießen und haltbar machen
Der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist erreicht, wenn die Knollen ihre sortentypische Größe erreichen – bei kleinen Sorten entspricht dies etwa der Größe eines Tennisballs. Besonders in der Erntezeit ab Mai bis November versprechen diese knackigen Knollen eine vielseitige Nutzung. Neben der Knolle sind auch die Blätter essbar und sogar reich an Vitamin C und Mineralstoffen. Während die größeren Blätter besser gegart werden sollten, eignen sich die zarten inneren Blätter auch zum rohen Würzen von Salaten. Die Ernte empfiehlt sich mit einem scharfen Messer oder der Gartenschere möglichst knapp über dem Stielansatz.
| 🍽️ Verwendungsart | Beschreibung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Knolle roh | Frisch im Salat oder als Snack | Mild-nussiger Geschmack |
| Knolle gekocht | In Suppen, Pfannengerichten oder als Beilage | Bewahrt Zartheit und Süße |
| Große Blätter | Gegart als Einlage in Suppen, paniert oder gebraten | Ideal als Gemüsefolie beim Grillen |
| Zarte Blätter | Roh zum Würzen von Salaten und Gerichten | Vitaminreich und aromatisch |
Kohlrabi lagern: So bleibt das Gemüse lange frisch
Frisch geerntet schmeckt Kohlrabi am besten. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich die Knolle ohne die Blätter bis zu zwei Wochen. Für eine längere Haltbarkeit können große Mengen gekühlt in einer Erdmiete oder eingefroren werden. Vor dem Einfrieren ist es empfehlenswert, die Knollen zu blanchieren. Speziell Lager- und späte Sorten wie „Superschmelz“ halten sich in Erdkellern oder in Kisten mit feuchtem Sand sogar bis in den März hinein.
Der Weg vom Bauernmarkt direkt in den eigenen Garten macht es möglich, Kohlrabi mit voller Gartenliebe, nachhaltigem Anbau und viel Freude am Gemüsebau zu kultivieren. Ob im kleinen Balkonparadies oder im weitläufigen Beet – der Kohlrabi bleibt ein beliebtes Stück BioGemüse für alle Gartenkönner und jene, die es werden wollen.






